Nachhaltigkeit
Unter Nachhaltigkeit versteht man den Umgang mit bzw. die Nutzung von Ressourcen auf eine verantwortungsbewusste Art und Weise, bei der sich diese Ressourcen auf natürlichem Weg erneuern können.
Historisch zurückgeführt wird der Begriff der Nachhaltigkeit auf eine 1713 von Hans Carl von Carlowitz veröffentlichte Handschrift, in der er eine 'nachhaltende Nutzung der Wälder' forderte. Gut zwei Jahrzehnte später , 1732, erklärte dann Georg Ludwig Hartig, dass der Wald so zu bewirtschaften sei, dass nicht mehr entnommen würde als nachwachsen könne. In den 1970er Jahren sprach der Club of Rome das erste Mal von Nachhaltigkeit (Sustainability) im Zusammenhang mit dem globalen Gleichgewicht und der Suche des Menschen nach einem Konzept dafür.
Mittlerweile spricht man von einem so genannten Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit. Dieses beinhaltet die ökologische, die ökonomische und die soziale Nachhaltigkeit. Unter der ökologischen Nachhaltigkeit versteht man den Anspruch der Menschen nachfolgenden Generationen eine intakte Natur und Umwelt zu hinterlassen. Hinter der ökonomischen Nachhaltigkeit verbirgt sich das Prinzip eines solchermaßen gestalteten Wirtschaftens, dass auch für spätere Generationen die Grundlage für Erwerb und Wohlstand erhalten bleibt. Die soziale Nachhaltigkeit bedeutet im gesellschaftlichen Gesamtzusammenhang so miteinander umzugehen und zu leben, dass alle an der Gesellschaft teilhaben können.
Nachhaltigkeit ist als ein globales Konzept zu verstehen, das alle Bereiche des Lebens auf der Erde umspannt. Allerdings kommt es trotz einer immer größer werdenden Bewusstheit um die Notwendigkeit und Priorität von nachhaltigen Handlungsmaximen dennoch immer wieder zu deutlichen Interessenskonflikten zwischen nationalen und internationalen Belangen, beispielsweise wenn hinsichtlich wirtschaftlicher oder sozialer Aspekte eher eine nationale statt eine globale Linie verfolgt wird. Um das Ziel einer globalen Nachhaltigkeit analog des Drei-Säulen-Modells zu erreichen ist, gerade angesichts sich verschärftender Umweltprobleme, eine aktive und zielgerichtete internationale Debatte erforderlich.
Nachaltiges Denken und Handeln bedeutet das Bemühen um genügend Weitsichtigkeit, um nicht ungewolltt den Ast auf dem man selber sitzt nicht abzusägen und die Zunkunft über die eigene Generation hinaus in seine Planungen mit einzubeziehen. Im Tourismusberich bedeutet Nachhaltgkeit, dass praktikable Formen des Tourismus entwickelt werden, die für die Umwelt und die Bevölkerung der Reisezielorte langfristige Werte aufbaut und erhalten wirtschaftlich sinnvoll und sozialer gerecht sind. Eine wachsende Zahl von Reiseveranstaltern hat sich dem Ziel verschrieben, nur Angebote, die diesen Kriterien entsprechen in ihrem Programm zu führen. Dazu gehört zum Beispiel der auf Südamerika Rundreisen spezialisierte Veranstalter América Andina aus Münster.
Das Konzept des nachhaltigen Bauens bezieht alle Phasen des Bauprojektes mit ein. So misst sich die Nachhaltigkeit von Baustoffen unter anderem an einer möglichst energiesparenden Herstellung, am umweltfreundlichem Transport und an späterer Wieder- und Weiterverwendbarkeit. Nicht-nachhaltige Baustoffe sind zum Beispiel Aluminium, dessen Herstellung und Recycling überdruchschnittlich viel Energie verbraucht, oder harte Tropenhölzer, dessen illegaler Abbau und Transport irreparable Schäden anrichten. Dagegen befindet sich zum Beispiel Bambus als nachhaltiger Baustoff auf dem Vormarsch. Die schnell nachwachsende und schon nach wenigen Jahren solide verholzende Pflanze hat den zusätzlichen Vorteil auch optisch sehr attratives Holz zu liefern. Nicht nur Möbel werden aus Bambus hergestellt, auch Bambus Parkett wird immer beliebter. Bambus, so sagt man, ist das Allround-Material der Zunkunft.